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Ulaanbaatar

Wir erreichen Ulaanbaatar am 7. Juli. Natürlich führt uns unser Weg zu allererst zur River Point Lodge, dem Overlander Treffpunkt. Als wir dort ankommen nehmen wir unser erstes Paket in Empfang und siehe da, es ist der Turbolader. Er hat uns überholt. Das 2. Paket muss noch abgeholt werden, das wird noch ein Spektakel. Aber jetzt erst mal runter kommen. Wir treffen hier viele andere Reisende, ob mit dem Wohnmobil, Defender, oder Motorrad. So auch Helmut aus der Heimat (Linz), der gerade einen Teil seiner Reise mit Matthias und Nathalie aus der Schweiz gemeinsam absolviert. Am Abend sitzen wir gemeinsam am Lagerfeuer und Chinzo, von der Lodge, schlägt vor am nächsten Tag einen Ausflug mit den ATV´s zu machen. Wir sind schnell überzeugt. Der Tag ist perfekt, nicht zu heiß, so kann Tinka im Womo bleiben während wir eine Ausfahrt machen. Es geht raus aus der Stadt und durch endlose Landschaften über Stock und Stein wie wahnsinnig durch den Nationalpark. Andi ist in seinem Element, bis er es mal wieder übertreibt und wir mit dem ATV auf der Seite landen. Mein Gurt geht nicht auf, weshalb ich da erst wieder raus komme nachdem mich die anderen wieder in eine aufrechte Position gebracht haben. Zim Glück gab es aber keine Verletzten. Wie es der Zufall will, hat Helmut das ganze auch noch auf Video eingefangen.

Die nächsten zwei Tage verbringt Andi damit bei DHL von Büro zu Büro zu laufen, bei totalem Verkehrschaos mit dem Taxi durch die Stadt zu fahren und so irgendwie an unser zweites Paket mit den Ersatzteilen zu kommen. Ich poliere währenddessen unser Womo auf Hochglanz und verpasse der ein oder anderen Reisenden einen Freilufthaarschnitt. 

Am Mittwoch, den 10. Juli haben wir dann unsere Teile beisammen und genug ausgespannt. Wir verlassen die Lodge und machen uns auf den Weg um eine Werkstatt zu finden. Natürlich pünktlich zu beginn des Naadam-Festes. Also ist der Verkehr in der Stadt, der ohnehin schon katastrophal ist, kein Stück besser. So kämpfen wir uns quer durch die Stadt um festzustellen, dass man uns nicht helfen kann, bekommen aber einen Tipp wo wir hin können. Also geht´s wieder quer durch die Blechlawine zurück ans andere Ende der Stadt. Bei Mercedes kann man unser Fahrzeug zwar auch nicht reparieren, doch Amar-Erdene, ein sehr hilfsbereiter Verkäufer spricht Englisch und weiß wer uns tatsächlich helfen kann. Wir verknüpfen uns sicherheitshalber über Facebook und bekommen die Telefonnummer einer Werkstatt, nicht weit von hier. Allerdings hat auch die wegen der Feiertage bis Dienstag den 16. Juli geschlossen. Nun fahren wir erstmal zum Turtlerock um dort die Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen wollen wir uns dann die riesige Dschingis Khan Statue ansehen und was wir nun mit den nächsten Tagen anstellen will auch noch geplant werden. 

Lange hin und her überlegt, haben wir dann beschlossen, einen Abstecher in die Wüste Gobi zu machen. Die "flaming cliff´s" sind unser Ziel. Davon trennen uns jetzt ungefähr 700 km. Ein Großteil davon halbwegs gute Asphaltstraße, ungefähr 200 km Baustelle oder Straßen überseht mit Schlaglöchern und knapp 70 km Piste bis zum Ziel. Auf halbem Weg fliegt uns mal wieder ein Teil unseres Inventar´s um die Ohren. Als ich gerade zum Fotografieren auf dem Dach stehe will Andi wissen ob die Benzinkanister da oben noch fest sitzen. Die halten Bombenfest, doch vom Luftfilter gleich daneben kann ich das nicht behaupten. Also muss Andi hoch um das zu beheben. Und als mir beim Frühstück am nächsten Morgen auffällt, dass unsere Kabine tropft, gleich die nächste Überraschung. Der Wasserboiler tropft, wohl aufgrund dessen, dass er schief hängt, weil die Halterung ausgerissen ist. Wieder machen wir uns ans Werk um auch das zu beheben. Danach geht´s weiter gen Süden.

Die "flaming cliff´s" machen ihrem Namen alle Ehre. Eine Atemberaubende Kulisse. Wir kampieren direkt davor und genießen den tollen Ausblick. 

Der Rückweg ist nicht weniger beschwerlich. Wir halten immer mal wieder an um zu kontrollieren ob noch alles an seinem Platz ist. Unser Womo muss schon einiges wegstecken. Sogar der Toaster zerfällt in seine Einzelteile. Aber die Bilder die sich uns auf dem Weg bieten machen auch das wieder wett. Am 15. Juli sind wir dann zurück in Ulaanbaatar und haben ein traumhaftes Plätzchen mit Blick über die Stadt. Überall stehen Ooo´s. Es soll Glück auf dem Reiseweg bringen diese dreimal zu umrunden und dabei eine Opfergabe darauf zu legen. Also machen wir das, Pech hatten wir ja schon zu genüge, da kann ein wenig Glück nicht schaden.

Wir sind eigentlich der Meinung in nichtmal einer halben Stunde die Werkstatt zu erreichen, wären da nicht plötzlich Straßensperren ohne wirkliche Umleitung. Überall wo wir versuchen die Werkstatt auf anderem Wege zu erreichen wird uns gesagt wir könnten hier nicht fahren, oder wir stehen irgendwann in einer Sackgasse. Wie wir hinkommen kann uns niemand sagen, weder Passanten noch Polizist. Und dazu der endlose Stau. Nach ungefähr anderthalb Stunden geben wir den Versuch auf eigene Faust einen Weg zu finden auf und fahren zurück zu Mercedes, von wo aus uns Amar-Erdene dann freundlicherweise hinbringt. So kommen wir dann ganze drei Stunden später als gedacht endlich bei der Werkstatt an. 

Unser russischer Mechaniker Fedor macht sich gleich ans Werk. Es wird getüftelt und studiert, denn die Führerauslagerung zu wechseln ohne dieses zu heben ist gar nicht mal so einfach. Glücklicherweise ist  er jedoch ein Meister seines Fach´s und hat die zündende Idee. Zwischendurch wird dann zweimal Zwangspause eingelegt, wegen Platzregen. Was zur Folge hat, dass unsere komplette Skiausrüstung inkl. Schuhen, Jacken und Hosen tropfnass ist. Da wir um das Fürherhaus zu kippen die Dachbox leer räumen mussten und das ganze Zeug nun eben im Regen auf dem Dach lag. So vergeht ein ganzer Arbeitstag und wir können nicht alle Reparaturen fertigstellen. Wir dürfen allerdings die Nacht an Ort und Stelle verbringen und so geht´s am nächsten Morgen pünktlich um 9 Uhr weiter. Aktuell sind die letzten Arbeiten in vollem Gange und wir werden Ulaanbaatar wohl noch heute hinter uns lassen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Herbsi (Mittwoch, 17 Juli 2019 08:27)

    Super! Immer schön spannend mit euch � das mit dem ATV war von Anfang an klar, oder? Alles Gute weiterhin �

  • #2

    Sonja schameena (Mittwoch, 17 Juli 2019 23:04)

    ATV´s - spitze !
    Bekanntschaft mit Helmut u. Anhang - spitze !
    Dschingis Khan Statue - spitze !
    Wüste Gobi - flaming cliffs - SPITZE !!!!!
    Tinka - absolut fotogen - spitzeee !
    Immer wieder Reparatuen - sch....ade !!
    Kopf hoch !!
    Viiiiiiiiiiiiel Glück, viiiiiiiiiiel Spass weiterhin auf Eurem Trip wünsch ich Euch !!!!!!!!!!!
    Mam

  • #3

    Christoph (Sonntag, 21 Juli 2019 11:24)

    Andi ihr seit der Hammer es ist immer wieder spannend eure Geschichten zu Lesen und die super Fotos anzuschauen.
    PS. Bitte die nächsten 4 Wochen mehr schreiben hab ja Zeit zum lesen. ��

  • #4

    Sonsch (Montag, 12 August 2019 20:23)

    und... top fotos. zum neidisch werden.